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Zeitzeugengespräche mit Frida Raisman – Angebot an Schulen, Vereine und Initiativen

Im Juli 1941 zwang die deutsche Wehrmacht die ca. 60.000 jüdischen Bewohner der weißrussischen Hauptstadt Minsk in ein Ghetto. Vier Monate später begannen Deportationen jüdischer Bürger aus Großstädten in Deutschland, aus Wien und aus der besetzten Tschechoslowakei nach Minsk. Am 11./12. November 1941 wurden aus Frankfurt über 1.000 Menschen jüdischen Glaubens ins Ghetto Minsk deportiert, die größtenteils vorher in Gemeinden des Frankfurter Umlandes lebten. Bis auf elf Personen wurden alle Deportierten im Ghetto oder im Vernichtungslager Trostenez ermordet.

In Trostenez soll 2014 der Grundstein einer Gedenkstätte für die ermordeten Juden aus Minsk sowie aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei dorthin verschleppten gelegt werden. Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund (IBB) engagiert sich in Deutschland für die inhaltliche und finanzielle Unterstützung des Projekts. Diese Aktivitäten können bei uns Anlass für Schulen, Geschichtsvereine und Initiativen sein, sich mit der Geschichte und dem Schicksal der deportierten und ermordeten Juden aus den hiesigen Orten zu beschäftigen.

Ein Beitrag dazu können Gespräche mit einer Überlebenden des Minsker Ghettos sein. Frida Raisman, die 1935 in Minsk geboren und als Kind zum Leben im Ghetto gezwungen wurde, wird vom 29. bis 31. Januar 2014 im Raum Frankfurt für Gespräche in Schulen oder im Rahmen sonstiger Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Für die Übersetzung ist gesorgt.

Frau Raisman gehört zu einer Gruppe von Zeitzeugen, die das IBB und die Stiftung Erinnerung, Verantwortung Zukunft aus Anlass des Internationalen Holocaust-Gedenktags 2014 in die deutschen Städte eingeladen haben, von denen 1941 und 1942 Deportationen nach Minsk ausgingen.

Im Main-Kinzig-Kreis wird das Vorhaben unterstützt durch das Zentrum für Regionalgeschichte des MKK, die Bildungspartner Main-Kinzig GmbH, den Büdinger Kreis e. V. sowie den Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Eine Förderung des Vorhabens ist bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung angefragt.

Zur inhaltlichen Vorbereitung der Gespräche, für die Darstellung der geschichtlichen Zusammenhänge und für regionalgeschichtliche Vorhaben kann Unterstützung angeboten werden. Hierfür steht der ehemalige Fortbildungsdezernent im Staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis, Herr Heinrich Georg Semmel, zur Verfügung.

Anfragen und Anmeldungen richten Sie bitte an die Bildungspartner Main-Kinzig GmbH, Frankfurter Straße 30, 63571 Gelnhausen, Telefon 06051-91679-12 oder per Mail an demokratiearbeit@bildungspartner-mk.de.

Nachtrag 12.02.2014: Einen Bericht über die stattgefundenen Zeitzeugengespräche finden Sie jetzt auch hier im p|Blog.

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