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Der BK beim EduCamp Frankfurt 2014

BarCamps sind ein relativ neues Format in der Bildungslandschaft. Andererseits – auch wieder nicht so neu, als dass es am Wochenende 11.-13. April 2014 nicht schon das 13. EduCamp seit 2008, dieses Mal in Frankfurt am Main, stattgefunden hätte. Die „alten Hasen“ werden also widersprechen, dennoch gibt es im Bildungsbereich noch viele Akteure, denen die Methode des BarCamps neu sein dürfte.

Prinzipiell ist ein BarCamp eine „Unkonferenz“, quasi eine partizipativ veranstaltete Tagung, die verschiedene Grade der thematischen Offenheit kennzeichnen kann, immer jedoch die Symmetrie in der Beziehung aller Mitmachenden zu einander betont. Die Mitwirkenden werden deshalb als Teilnehmer*innen konsequent als „Teilgeber*innen“ bezeichnet. Das EduCamp ist ein Spezial-BarCamp und widmet sich „hauptsächlich medienpädagogische[n] Fragen sowie generell auch Formen und Methoden des Lehren und Lernens […]. Inhaltlicher Schwerpunkt ist dabei zumeist der Einsatz von Medien – vor allem von Neuen Medien – im Bildungskontext an Schulen und Hochschulen sowie im Unternehmensumfeld.“ (Wikipedia).

Zum ersten Mal gastierte das EduCamp nun also in Frankfurt am Main. Neugierig darauf und mit dabei: BK-Vorstandsvorsitzender Alexander Wicker. Eiserne Regel für alle, die zum ersten Mal dabei sind, ist es, eine eigene Session anzubieten. (Zumindest wurde das recht eindrücklich vermittelt.) Sessions – so werden die Programmpunkte genannt, die jeweils am Morgen der Veranstaltungstage gemeinschaftlich erarbeitet und dann zu einem Sessionplan zusammengefügt werden. Der Fokus auf Medienpädagogik beim EduCamp impliziert an sich schon eine gewisse Technikaffinität der Teilgeber*innen. Wie man sich dort aber die Möglichkeiten des kollaborativen und vernetzten Arbeitens konsequent zunutze macht, das ist schon beeindruckend. Wer stets in das eigene Smartphone oder Tablet vertiefte Menschen schwer erträglich findet, hat bei dieser Veranstaltung sicher keinen Spaß. Das verbreitete Vorurteil, so würde Kommunikation bestenfalls trotz gleichzeitiger Präsenz am selben Ort paradoxerweise ins Digitale verlegt – und schlechtestenfalls gleich ganz verhindert, findet hier jedoch keine Bestätigung. Face-to-face- und digitale Kommunikation (vornehmlich über Twitter) koexistieren friedlich und sogar recht fruchtbar. Wer auf Twitter Nachlese betreiben möchte, kann das hier unter dem Hashtag #ecfra14 tun.

So wurden auch die Demokratiewerkstätten beim EduCamp vorgestellt. Durchaus kritisch wurde in der Session über politische Bildung allgemein diskutiert und das Verständnis, das der BK davon hat. Die Verbindung von Demokratiewerkstätten und Medienpädagogik müsste jedoch beim nächsten Mal in den Fokus der Betrachtung gerückt werden. Die Teilgeber*innen vor Ort könnten so ihre versammelte Kompetenz besser einbringen. Die Demokratiewerkstätten würden davon sicher profitieren. Zum Nachlesen gibt es eine Art Storify der Session hier. Besonders eindrücklich war die Routine der Besucher der Session, kollaborativ einfach eine Art Protokoll zu fertigen. Hierfür war für jede Session ein eigenes Etherpad (ein gemeinschaftlich zu bearbeitendes Dokument im Internet) hinterlegt, das fleißig gefüllt wurde, ohne, dass es extra abgesprochen werden musste. Wer die Diskussionen kennt, die mit dem Finden eines oder einer Protokollant*in in so mancher Vorstandssitzung oder Mitgliederversammlung verbunden ist, wird über die Selbstverständlichkeit dieser Vorgehensweise erstaunt sein.

Gemeinsam mit Anna Charlotte Turré vom langjährigen BK-Kooperationspartner Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. bot Alexander Wicker dann auch eine zweite Session an. Später sprachen die beiden im Offenen Podcast-Studio über die Session und ihre Erfahrungen als „Newbies“, also Erstteilgeber*innen am EduCamp. Tine Nowak, die privat den Podcast Kulturkapital betreibt, bot das Offene Podcast-Studio an, ließ die EduCamper im angenehmen Plauderton an ihren wertvollen (sowohl technischen als auch inhaltlichen) Erfahrungen aus dem Bereich der Audio-Podcasts teilhaben und dokumentierte fast nebenbei auch noch das EduCamp (zu-)hörenswert.

Die Etherpads hatten einen weiteren faszinierenden Effekt. Die Ankündigung, eine Session über digitale Erinnerungskultur zu machen, wurde extern wahrgenommen. Der Twitter-Account @t4eu, der zum Digitalen Gedenkort T4 gehört, äußerte sein Interesse an den Ergebnissen, die im Anschluss an die Session mittels des Links zum Etherpad sogleich geteilt werden konnten.

Insgesamt war das EduCamp eine absolute Bereicherung des Methodenportfolios. Es bietet sich zu vielerlei (nicht zu allen) Gelegenheiten als Organisationsform einer Tagung an und macht sogar Spaß.

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